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Dr. Ingrid Allwardt

Als gebürtige Kielerin erlebte ich in der ostholsteinischen Schweiz die Verbindung zwischen Natur und Kultur. Den Anstoß, Musik als Botschafterin zwischen Kulturen zu verstehen und ihre besondere Wirkung zu begreifen, gab mir das Schleswig-Holstein Musik Festival während meiner Kindheit. Schlüsselerlebnisse wie die Beobachtung der Probenarbeit Leonard Bernsteins prägten mich bereits vor meinem Studium der Schulmusik und Germanistik in Hamburg. Die intensive Forschung zu Luigi Nonos Streichquartett „Fragmente – Stille, An Diotima“, die mit ihr verbundene detaillierte Arbeit im Archiv des Komponisten in Venedig und die Auseinandersetzung mit dem Dichter Friedrich Hölderlin während meiner Promotion beeinflussten meine Schritte im Umgang mit Musik zwischen Theorie und Praxis. Seit meiner Promotion 2003 lehre ich die Verbindung zwischen diesen beiden Bereichen bezogen auf Musik: ob von 2005 bis 2008 in der Vertretung des Lehrstuhls „Phänomenologie der Musik“ an der Universität Witten/Herdecke oder in der Gastprofessur an der Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung (HCU) Hamburg – die Reflexion über das Wirken von Musik ist Gegenstand des Dialogs mit Studierenden aller Fachrichtungen, der meine Berufspraxis regelmäßig durch Lehraufträge an unterschiedlichen Hochschulen bereichert.

Heute lebe ich in Berlin, bin in meiner Freizeit leidenschaftliche Läuferin und Sängerin und blicke auf prägende berufliche Stationen zurück: Tätigkeiten beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg Vorpommern, dem NDR, Gründung der ersten eigenen Agentur in Hamburg (Alster-Art Management), Verantwortlichkeiten für Konzertreihen und Programme sowie für verschiedene Festivals und Musiktheaterproduktionen. Ein wichtiger Schritt war für mich 2007 die Gründung des netzwerk junge ohren: ein Verein, in Kooperation mit einer Reihe von Musikverbänden und -institutionen des deutschsprachigen Raums, der das Thema Vermittlung von Musik an ein junges Publikum verfolgt und seit seiner Gründung unterschiedliche Maßnahmen zu diesem Thema ins Leben gerufen hat. Die Initiation des internationalen Wettbewerbs YEAH! war in dieser Zeit eines meiner besonderen Projekte. Nach der langjährigen Tätigkeit als Gründungsgeschäftsführerin dieser Institution und der darauf folgenden als Verlagsmanagerin bei Schott Musik arbeite ich seit 2014 als Kuratorin, Autorin und Beraterin für unterschiedliche Institutionen (Bundesministerium der Finanzen, das Label ECM, die Barenboim-Said-Stiftung, die Bundeskulturstiftung, die Elbphilharmonie Hamburg, die Internationalen Filmfestspiele Berlin). Vor dem Hintergrund dieses breit gefächerten Aufgabenspektrums entwickelte ich neue Formen und Formate der Vermittlung von Musik für unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte und initiierte neben Konzert- und Vortragsreihen, Symposien, Komponistenprogramme und künstlerische Projekte. Die Bündelung dieser Aktivitäten führte nicht nur zu einer Geschäftsidee, sondern auch zu meiner Partnerin für dieses Vorhaben: Imke Hinz. Die Gründung einer Agentur für Musik und Kultur war für uns beide ein konsequenter Schritt, Wissen, Erfahrungen und Einsatzfelder von Musik zusammenzuführen mit dem Fokus, ihre gesellschaftliche Relevanz in vielfältigen Konstellationen wirksam werden zu lassen. Und so war auch der Name des Unternehmens schnell gefunden: iQULT. Agentur für Musik und Kultur.